Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat laut aktueller Berichte keinen sogenannten „Drogentourismus“ im benachbarten Österreich zufolge. Dort sind Hanfprodukte als Genussmittel für Erwachsene weiterhin verboten, Kiffen wird streng bestraft und jede Freigabe von THC fürchten die üblichen Bedenkenträger in der Alpenrepublik fast noch mehr als Herbert Kickl.
Suchtforscher beobachten keinen Anstieg beim Hanfkonsum
Ob Mediziner, Politiker oder Streetworker in Österreich wirklich geglaubt haben, dass im Zuge des neuen Cannabisgesetzes im großen Nachbarland die heimischen Konsumraten bei Haschisch und Marihuana gigantisch zulegen, kann nicht nachgeprüft werden. Verkündet wurde drohendes Unheil durch Gras auf jeden Fall, auf allen Kanälen und selbstredend unterfüttert mit vielen weiteren Horrorstorys, die jedoch mittlerweile genauso zuverlässig von der Realität widerlegt sind wie ähnliche Drohgebärden von THC-Gegnern bei uns hier in Deutschland.
Bisher gibt es jedenfalls beispielsweise im Innviertel keine Hinweise auf mehr Kiffer und auf Joints mit mehr Cannabis aus der BRD drin. Wissenschaftler von der örtlichen Fachstelle für Suchtberatung meinen auf Nachfrage, dass sich weitestgehend nichts beim Konsumieren verändert. Wenn Hanf aus dem jenseits der Landesgrenzen befindlichen Bayern in größerem Stil „herüberschwappt“, dann sei das den Behörden garantiert bekannt, so die Fachleute und geben selbstzufrieden Entwarnung.
Realitätscheck: Cannabis ist trotz Verbot auch bei den „Ösis“ ungemein beliebt!
Unter den österreichischen Jugendlichen rauchen und dampfen, essen und trinken bis zu 8 Prozent Cannabinoide. Beim Konsum der Hanfprodukte durch volljährige Bürger dürfte der Zuspruch ähnlich hoch sein. Wegen der staatlichen Restriktionen gibt es jedoch keine seriösen Daten, und die Drogenpolitik im Land basiert wie früher in der Bundesrepublik vor allem auf Schätzungen und gezielter Panikmache.
Der Konsum steige aus Sicht des Gesundheitsministeriums nämlich trotz bundesdeutscher Freigabe nur deshalb nicht, weil man zu Hause in der Ostmark weiterhin zuverlässig jeden Kiffer und jede Kifferin mit maximaler Bestrafung überzieht.
Ob User von THC ausgerechnet gegenüber schießwütigen Behörden jetzt intensiver über ihre Bezugsquellen Auskunft geben und auf einmal weniger achtsam in der Öffentlichkeit agieren, erscheint allerdings zweifelhaft und so sind offizielle Berichte nur Annahmen oder vielleicht ein besonders perfides Klopfen auf die eigene Schulter. Auch ist es praktisch unmöglich, in Deutschland legal an Gras zu kommen – außer durch Eigenanbau oder eine Mitgliedschaft in Cannabis Social Clubs, die nur Bundesbürgern zur Verfügung steht.
Wann kommt die Legalisierung von THC in Österreich?
Die tatsächlichen Verhältnisse beim Cannabis sind Polizei und Justiz, Politik und Beamtenschaft in der Alpenrepublik ohnehin gleichgültig und positive Meldungen zur Freigabe unerwünscht. Realitäten anerkennen, erwachsene Leute respektieren, Kinder und Jugendliche effektiv beschützen – alles kein Thema.
Gegner von Marihuana preisen lieber den Schlagstock als einzig angebrachte Maßnahme und streuen unverändert Fake News über Hanfpflanzen in die Augen unzureichend aufgeklärter Bürger. „Drogentourismus“ entpuppt sich jedoch eindeutig als eine politisch hinterlistig konstruierte Schimäre. Neue Gesetze in Deutschland haben zu keinem Verfall der „guten Sitten“ geführt.
Auch gehen zwischen Wien und Klagenfurt für die Finanzierung ihrer angeblichen THC-Sucht keine Kiffer plötzlich massenhaft auf den Strich. Anerkannt und in faire Gesetze gegossen wird die Wahrheit über Cannabis aber vorerst nicht. Fans von Joints und Gras müssen sich in Österreich stattdessen anhören, wie riskant bereits die Einnahme vom rauschfreien CBD sei und jede „Verharmlosung“ von Hanf praktisch genauso gefährliche Folgen haben könnte wie eine Regierungsbeteiligung der FPÖ.